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Königreich in Westeuropa, westlicher Nachbar Deutschlands, 30 518 km², 10,3 Mio. Einwohner, Hauptstadt Brüssel.

Land und Leute

Belgien, regenreich und klimatisch mild, gliedert sich in das flandrische Küstenland, den Südteil des Nordbrabanter Tieflands, das mittelbelgische Platten- und Hügelland und Hochbelgien mit den Ardennen und dem Hohen Venn. Es ist ein Zweivölkerstaat, in dem 58 Prozent der Bevölkerung niederländisch sprechende Flamen und 32 Prozent französisch sprechende Wallonen sind.

Wirtschaft

Das bodenschatzarme Belgien – nur noch auslaufender Kohlebergbau – ist ein exportorientiertes Industrieland, Haupthandelsgüter sind Eisen und Stahl, Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte. Die Landwirtschaft erreicht einen hohen Grad der Selbstversorgung, spielt aber nur eine untergeordnete Rolle.

Geschichte

In vorchristlicher Zeit keltisch besiedelt, wurde das Land 51 v. Chr. zur römischen Provinz Belgica und in der Zeit der germanischen Völkerwanderung unterschiedlich geprägt. Während der Süden romanisiert blieb, setzte sich im Norden das germanische Element durch. 880 fiel der größere Teil an das Ostfränkische Reich, wurde seit 1385 burgundisch und kam mit den Niederlanden 1477 in habsburgischen Besitz. 1815 gründeten die Großmächte die Vereinigten Niederlande, doch der konfessionelle Konflikt führte 1830 zur Loslösung und zur Bildung eines eigenen Königreichs Belgien. In gefährdeter Lage zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich versuchte es vor beiden Weltkriegen einer Verwicklung durch Neutralitätspolitik zu entgehen, wurde aber beide Male von deutschen Truppen besetzt. Belgien wurde in der Nachkriegszeit ein wichtiger Faktor bei der europäischen Einigung, fand sich mit den Niederlanden und Luxemburg in enger Benelux-Kooperation und konnte die zentrifugalen Kräfte im Innern durch Beibehaltung der verbindenden Monarchie, der ökonomischen Erfolge und der Autonomiestatute für die Regionen unter Kontrolle halten.